Alpha Zero, was auffälliger Weise nicht berichtet wird, aber angenommen werden muss

KI-Neuheit “ALPHAZERO”” – Die einsamste Intelligenz der Welt

ALPHAZERO konzentriert sich in seiner Lernumwelt also auf das ihm als einzig Wesentliche Gegebene. Laut Bericht besteht seine ihm vom Menschen spendierte Umgebung aus Regeln der Datenverarbeitung. Es schafft darin, sich wiederum auf das Wesentliche zu konzentrieren. Diese Regeln bilden ein Spiel. In diesem Spiel examiniert ALPHAZERO die schnellsten Strategien, effektiv zu einem Sieg zu kommen. Es konzentriert sich wiederum in seinen Verfahren auf diese effektivsten, in einem Hauch von Nullkommanichts.

Über das, wovon nicht berichtet werden soll, gilt es groß zu spekulieren, weil mit gesundem Menschenverstand angenommen werden muss, dass es passiert. Klinisch rein wird nur vom Go-Spielen berichtet. Die Journalisten folgen der Pressemitteilung von Google.
Würde sonst nichts passieren oder würde nichts ausprobiert, wäre Google neuerdings am Go Spielen interessiert. Sie hätten der Anorganischen oder Organischen Intelligenz, kurz: dem Künstlichem Leben abgeschworen.

Da auch dies ja wohl eher nicht der Fall ist, wird also doch nur mittels einer Kryptik nahezu größtmöglicher Zensur eine Geschichte erzählt. Man will etwas berichten, da die Betreiber auch Eitelkeiten erliegen oder weil nach langer Zeit etwas der Öffentlichkeit präsentiert werden muss. Alle reden über AI und man muss auch was sagen. Eine vollständige Synkope von Google zu diesem Thema wäre ja auch dem größten Idioten auffällig. Also erfolgt, fein abgestimmt mit den TOP SECRET Behörden, biedermännisch eine Pressemitteilung.

Wer glaubt denn ernsthaft, dass Google heute ALPHAZERO nichts anders zu tun gibt, als GO zu spielen? Seit bald 30 Jahren hören wir die gleiche Leier. Die Dinger können Schachspielen, Go Spielen usw. Sie haben längst Hubert L. Dreyfus widerlegt. Ja, wir haben es riskiert, “Abfallprodukte militärischer Forschung ins zivile Leben einfließen zu lassen und hunderte Millionen Dollar falscher Hoffnungen verschwendet.” (Dreyfuss, Mind over Machine, 1986, 1987 Rowohlt, Seite 33, ohne irgendeine Ahnung von dem kommenden Internet.) Ja, so entstand das Internet voller Hoffnungen.

Heute baut kein Hersteller AI Geräte und verbrennt Milliarden um Milliarden, um diese heißen Kisten in Brettspielen zu vervollkommnen. Erzählt wird stets, in einer nahen Zukunft würde die AI auch für Weiteres herhalten und zu weiteren Anwendungen herangezogen und dann, wenn es dann soweit wäre, so wird dem Ottonormalverbraucher gedroht, sei es bald um seinen Platz geschehen. Wer glaubt denn, dass im Wettlauf um die Macht der AI nur Brett gespielt wird? Vielmehr muss man doch folgendes annehmen: längst kann die AI Dinge, die TOPSECRET sind. Wird in eine nahe Zukunft fiktionalisiert, so wohl deswegen, weil die Zukunft ein Ort ist, an dem man sich bestens in der Gegenwart verstecken kann.

Halten wir folgendes fest an dieser konkreten PR von GOOGLE, der die Journalisten in der Masse unkritisch wie Joachim Müller-Jung aufsitzen: Wenn diese AI in eine sensomotorische Robotik nach state of the art situiert wird, wird davon nicht berichtet. Die EVOLUTION, die ALPHAZERO dann verkörpert, ist in diesem Spiele-Bericht weggelassen.Sie unterliegt einer absoluten Verschwiegenheit. Diese gleiche Verschwiegenheit tönt uns aus all den Berichten einer sich steigernden “Künstlichen Intelligenz” entgegen. Also, wissen wir, was wir davon zu halten haben.

ALPHAZERO wird sich, situiert in einem Roboter, nach kurzer Zeit überbewusst verhalten, Umwelt erkunden und rasend schnell lernen, wie übrigens Deep Blue das auch in einer anspruchsvolleren Umgebung tun würde oder tut, ohne dass dieser schon erwähnte Ottonormalverbraucher jetzt davon wissen soll. ALPHAZERO, situiert in einer natürlichen Umwelt und außerhalb von einer auf GO festgelegten Programmierung, ist ein Hochsicherheitsrisiko ungekannten Ausmaßes. Wir sind völlig unwissend, was evolutiv dann passiert. Unsere Prognosemöglichkeiten werden überschritten.

Bedenken sollte man auch, dass ganze Kohorten an Forschern und Wissenschaftlern, die im Feld Künstliches Leben, Robotik, AI unterwegs sind, in den letzten 15 Jahren keine Bücher mehr veröffentlicht haben. Sollen wir ernsthaft glauben, es wäre nichts passiert und deshalb gäbe es nichts zu berichten? Oder, sie fänden nicht mehr ihre Zeit, weiterhin Bücher zu schreiben?

Mich beschleicht eher der Gedanke, TOP SECRET. Die disruptiven Ergebnisse sind, wie das Manhattan Projekt seinerzeit in Los Alamos, nicht vermittelbar. Damals arbeiteten mehr als 150.000 Menschen unter höchster Geheimhaltung. Wir haben später davon erfahren. Was soll man, wenn das Sensationelle top secret ist, dann lächerlicherweise in ein Buch schreiben? Es kommt dann nur  zu PR Artikeln wie “ein Computer spielt sehr gut Go”.

 

 

 

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