WOKENESS AN US-ELITESCHULEN

 

Dieser ausgezeichnete Beitrag von Bari Weiss in der Welt schenkt einen selten klaren Einblick in die neue Dekadenz der Upper Up Class. Der amerikanische Traum hat sich, wenn man oben angekommen ist, ausgeträumt. Er hat einem klebrigen Substitut Platz gemacht.

 

“An vielen Elite-Schulen Amerikas werden die Kinder auf das Thema Antirassismus fixiert und lernen, den Kapitalismus zu verachten. Widerspruch dagegen ist gefährlich: Schüler und auch ihre Eltern haben Angst vor sozialer Ächtung. Eine Vor-Ort-Recherche.

Wohlhabende Eltern, die Angst haben, mit der neuen Orthodoxie in den Privatschulen ihrer Kinder in Konflikt zu geraten, organisieren sich im Geheimen. Die Dissidenten verwenden Pseudonyme und schalten die Kamera ab, wenn sie sich heimlich in Zoom-Meetings treffen. Normalerweise organisieren sie Fußballtrainings und Fahrgemeinschaften, doch jetzt schließen sie sich zusammen, um Strategien zu entwickeln. Sie sagen, sie müssten mit tiefgreifenden Konsequenzen rechnen, falls jemand wüsste, dass sie miteinander gesprochen haben.

Doch in letzter Zeit ist die Situation so unerträglich geworden, dass es ihnen nicht mehr genügt, sich in E-Mails oder Telefonkonferenzen zu beklagen. Also haben sie sich neulich an einem Wochenende in einer von Bäumen gesäumten Straße in West Los Angeles persönlich getroffen und mich zu ihrem Treffen eingeladen.

Im Garten eines Hauses mit vier Schlafzimmern saßen zehn Personen auf Plastikstühlen von Adirondack im Kreis und aßen Skinny-Pop-Popcorn aus der Tüte. Das sind die Rebellen: gut situierte Eltern aus Los Angeles, die ihre Kinder auf die Harvard-Westlake, eine der renommiertesten Schulen der Stadt, schicken.

Für normale amerikanische Verhältnisse sind diese Menschen wohlhabend. An den Standards von Harvard-Westlake gemessen jedoch nur Durchschnitt. Es handelt sich um Paare, bei denen beide ihre Karriere verfolgen und die ihren Erfolg nicht den Beziehungen ihrer Familien oder geerbtem Vermögen verdanken, sondern ihrer Ausbildung.

Daher finden sie es mehr als ironisch, dass eine Schule, die mehr als 40.000 US-Dollar im Jahr kostet, eine Schule, in deren Vorstand Charlie Munger, die rechte Hand von Warren Buffett, und Sarah Murdoch, die Ehefrau von Lachlan und Ruperts Schwiegertochter, sitzen, den Schülern vermitteln, dass Kapitalismus böse ist. Für die meisten Eltern ist diese Verteufelung des Kapitalismus dabei noch das kleinste Übel. Sie berichten, dass ihnen ihre Kinder erzählen, dass sie Angst haben, sich in der Klasse zu Wort zu melden.

Am meisten Sorge bereitet es ihnen, dass der Plan der Schule, eine „antirassistische Institution“ zu werden – die Pläne hierfür wurden im vergangenen Juli in einem 20-seitigen Dokument veröffentlicht –, ihre Kinder auf das Thema „Rasse“ fixiert und dem Thema eine Wichtigkeit beigemessen wird, die ihnen grotesk erscheint.

„Ich bin in L. A. aufgewachsen, und die Harvard-Schule hat ohne Zweifel ein Problem mit dem Thema Diversität. Die Geschichten, die einige seit dem Sommer erzählen, scheinen absolut zutreffend zu sein“, berichtet einer der Väter. Er sagt, er habe kein Problem damit, dass die Schule größere Anstrengungen unternimmt, um vergangenes Unrecht wiedergutzumachen, auch indem sie mehr Stimmen von Minderheiten in den Lehrplan aufnimmt. Womit er aber ein Problem hat, ist eine Bewegung, die seinen Kindern erzählt, dass Amerika ein schlechtes Land ist und dass sie eine kollektive Rassenschuld tragen.

„Sie geben meinem Sohn wegen seiner Hautfarbe das Gefühl, er sei ein Rassist“, sagt eine Mutter. Eine andere fragt in die Runde: „Wie kann eine Fokussierung auf das Thema Rasse dafür sorgen, dass die Kinder vernünftig miteinander reden? Warum können sie nicht einfach alle Wolverines sein?“ Harvard-Westlake hat eine Stellungnahme abgelehnt.

Diese Elterngruppe von Harvard-Westlake ist eine von vielen, die sich still und leise im ganzen Land organisieren, um gegen eine, wie sie es beschreiben, ideologische Bewegung zu kämpfen, die an ihren Schulen die Führung übernommen hat. Diese Geschichte basiert auf Interviews mit mehr als zwei Dutzend dieser Abweichler – Lehrer, Eltern und Kinder – an Elite-Prep-Schools in zwei der demokratischsten Bundesstaaten des Landes: New York und Kalifornien.

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Die Eltern im Garten berichten, dass hinter ihnen viele stehen, die Angst haben, ihre Meinung zu äußern. „Ich habe mit wenigstens fünf Paaren gesprochen, die sagen: Du hast völlig recht. Ich sehe das genauso wie du. Ich möchte jetzt einfach nur keine Auseinandersetzungen“, erzählt eine Mutter. Sie wollen alle, dass ihre Geschichte erzählt wird – doch keiner von ihnen möchte, dass sein Name erwähnt wird. Sie haben Angst, ihren Job zu verlieren oder ihren Kindern zu schaden, wenn bekannt würde, dass sie dieser Ideologie kritisch gegenüberstehen.

„Die Schule kann verlangen, dass du gehst – egal aus welchem Grund“, sagt eine Mutter der Brentwood-Schule, einer anderen Prep-School von Los Angeles. „Dann stehst du für alle Privatschulen auf der schwarzen Liste und man hält dich für eine Rassistin – was schlimmer ist, als als Mörderin bezeichnet zu werden.“

Ein Elternteil, das in einem kommunistischen Land geboren wurde, erzählt mir: „Ich bin vor der gleichen Angst vor Repressalien in dieses Land geflüchtet, die jetzt mein eigenes Kind zu spüren bekommt.“ Jemand anderes scherzt: „Wir müssen unsere Familien ernähren. Oh … und 50.000 US-Dollar pro Jahr zahlen, damit unsere Kinder indoktriniert werden.“

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Ein Lehrer aus New York City hat es auf den Punkt gebracht: „Sich dagegen zu äußern, bedeutet, sein ganzes moralisches Kapital aufs Spiel zu setzen.“ Eltern, die sich – wenn auch nur im privaten Bereich – gegen diese Ideologie ausgesprochen haben, erzählen, dass es nicht gut angekommen ist. „Ich habe mich mit einem Freund unterhalten und ihn gefragt: Gibt es irgendetwas an dieser Ideologie, dass wir infrage stellen sollten?“, erzählte ein Vater mit Kindern an zwei Prep-Schools in Manhattan. „Und er sagte: ‚Alter, du bewegst dich echt auf gefährlichem Terrain, was unsere Freundschaft angeht.’ Ich hatte genug solcher Unterhaltungen, um zu wissen, was dann passiert.“

Die Angst wird von den Kindern zutiefst geteilt. Bei ihnen ist es nicht nur die Furcht davor, schlechte Noten zu bekommen oder für eine College-Empfehlung nicht in Betracht gezogen zu werden, obwohl diese Ängste stark sind. Es geht um die Angst vor sozialer Bloßstellung. „Wenn Sie meinen Namen veröffentlichen, ist mein Leben ruiniert. Die Leute würden mich angreifen, wenn ich diese Ideologie auch nur infrage stelle. Ich möchte nicht mal, dass die Leute wissen, dass ich Kapitalist bin“, erzählte mir ein Schüler der Fieldston School in New York City, ein Kommentar, der von anderen Schülern, mit denen ich sprach, wiederholt wurde. (Fieldston verweigerte jede Stellungnahme für diesen Artikel.) „Die Kinder haben Angst vor den anderen Kindern“, erzählt eine Mutter von Harvard-Westlake.

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Die Atmosphäre macht ihre Kinder ängstlich, paranoid und unsicher – selbst gegenüber ihren engsten Freunden sind sie verschlossen. „Mein Sohn wusste, dass ich mit Ihnen gesprochen habe, und er hat mich angefleht, das nicht zu tun“, erzählte mir eine andere Mutter von Harvard-Westlake. „Er möchte eine renommierte Universität besuchen und er hat mir gesagt, dass eine negative Äußerung von mir, uns ruinieren wird. Wir sind in den Vereinigten Staaten von Amerika. Das kann doch wohl nicht euer verdammter Ernst sein, oder?“

Dies sind die Eliten Amerikas – Familien, die es sich leisten können, etwa 50.000 US-Dollar pro Jahr dafür zu zahlen, dass ihre Kinder auf die Eating Clubs von Princeton und die Geheimbünde von Yale vorbereitet werden, der direkte Weg, um Masters – sorry, Masterx – of the Universe zu werden. Die Ideen und Werte, die sie eingetrichtert bekommen, beeinflussen auch uns andere.

Vorbereitung fürs Elitecollege

Das ist nicht der einzige Grund, warum diese Geschichte wichtig ist. Diese Schulen werden Vorbereitungsschulen genannt, da sie Amerikas kleine Prinzessinnen und Prinzen darauf vorbereiten, ihren Platz in unserer sogenannten Leistungsgesellschaft einzunehmen. Nichts geschieht an einer Pre-School, das nicht ein Spiegelbild dessen ist, was an einem Elitecollege passiert.

Was sagt das über den derzeitigen Stand dieser Leistungsgesellschaft anderes aus, als dass sie möchte, dass die Kinder die kritische Rassentheorie und die „weiße Zerbrechlichkeit“ perfekt beherrschen, auch wenn dieses Wissen auf Kosten von Shakespeare geht? „Die Colleges möchten, dass die Kinder – Kunden – auf bestimmte Ideologien eingestimmt werden, die ursprünglich an diesen Colleges entstanden sind“, sagt ein MINT-Lehrer an einer der renommierten New Yorker Prep-Schools. „Ich nenne das Sensibilisierungstraining. Und das ist genau das Produkt, das Schulen wie meine anbieten.“

Die Eltern, mit denen ich für diese Geschichte gesprochen habe, sind verständig und klug: Sie erkennen, dass es – bestenfalls – bizarr ist, wenn eine Schule wie Harvard-Westlake ständig über soziale Gerechtigkeit spricht und gleichzeitig 40 Millionen US-Dollar für einen neuen Sportkomplex außerhalb des Campus ausgibt. Diese Schule verschickt jedes Jahr einen Bericht an die Harvard-Westlake-Familien, in dem die Spenden der Eltern aufgelistet werden. Letztes Jahr gehörten zum „Heritage Circle“ – Spenden von 100.000 US-Dollar und mehr – Viveca Paulin-Ferrell und Will Ferrell. Eine rote Pfote neben den Namen von Jeanne und Tony Pritzker steht für mehr als ein Jahrzehnt fortlaufender Spenden.

Die Eltern erzählen, dass es sich um eine Schule handelt, bei der mehr erhält, wer mehr spendet. Großzügige Spender erhalten Einladungen zu besonderen Abendessen und, was noch wichtiger ist, Zeit und Aufmerksamkeit von den Personen, die das Sagen haben. Gleichzeitig werden ihren Kindern radikal-schicke Ansichten beigebracht, die, natürlich, tatsächlich nichts substanziell Radikales beinhalten, wie zum Beispiel die Umverteilung des Stiftungsvermögens.

„Diese Schulen sind das Privileg der Privilegierten der Privilegierten. Sie verkünden ohne Unterlass, dass es ihnen vor allem um Inklusion geht. Doch sie sind schon per definitionem exklusiv. Diese Schulen sind für die Crème de la Crème der Gesellschaft“, erzählt mir eine junge Mutter aus Manhattan.

Dreitausend Kilometer entfernt in Los Angeles sagt ein Prep-School-Lehrer etwas Ähnliches: „Den Leuten, die so viel besitzen, wird beigebracht, sich selbst als Opfer zu sehen. Sie denken, dass sie an einer der reichsten Schulen des Landes unter Unterdrückung leiden.“

Es scheint zu funktionieren. Eine Mutter aus Los Angeles erzählt mir, dass der farbige Freund ihres Sohnes ihm neulich gesagt hätte, er werde „inhärent unterdrückt.“ Sie konnte es nicht fassen. „Der Junge ist Multimillionär“, berichtet sie. „Mein Sohn sagte zu seinem Freund: ‚Erklär mir das mal. Warum fühlst du dich unterdrückt? Hat jemand dir etwas angetan, dass dir das Gefühl gab, minderwertig zu sein?‘ Und der Freund sagte: ‚Es ist wegen meiner Hautfarbe.‘ Das hat mich umgehauen.“

Das naturwissenschaftliche Programm in Fieldston würde alle Eltern vor Begeisterung umhauen. Die Wahlfächer für Schüler der 11. und 12. Klassen beinhalten laut Website der Schule Immunologie, Astronomie, Neurowissenschaften und Pharmakologie.

Doch Physik ist heute nicht mehr das Gleiche wie früher. „Wir sagen heute nicht mehr Newtonsche Gesetze“, klärt mich eine Oberstufenschülerin auf. „Wir nennen sie die drei grundlegenden Gesetze der Physik. Man sagt uns, wir sollen uns davon verabschieden, dass das ‚Weiß-sein‘ im Mittelpunkt steht, und wir sollen anerkennen, dass es in der Physik mehr als nur Newton gibt.“

Es geht nur um Fakten

Einer ihrer Klassenkameraden erzählt, dass er versucht, nur Fächer zu belegen, in denen es um Fakten geht, nicht um Identität. Aber es wird immer schwieriger, zwischen den beiden zu unterscheiden. „Ich habe US-Geschichte belegt und ich dachte, wenn du etwas über die Geschichte der USA lernst, dann strukturierst du vielleicht nach Zeitperioden oder nach dem, was während der einzelnen Präsidentschaften passiert ist. Wir haben uns jedoch mit den verschiedenen marginalisierten Gruppen befasst. So sah unsere Struktur aus. Ich habe nur die Namen von einer Handvoll Präsidenten während des Unterrichts gehört.“

Brentwood, eine Schule, die mehr als 45.630 US-Dollar pro Jahr kostet, hat vor einiger Zeit für Schlagzeilen gesorgt, als sie nach Rasse getrennte „Dialog- und Gemeinschaftsbildungssitzungen“ abhielt. Aber wenn ich dort mit den Eltern eines Mittelstufenschülers spreche, möchten sie lieber über den Lehrplan ihres Kindes im Fach Englisch reden. „Sie haben alle Bücher ausgetauscht, ohne mit den Eltern zu reden oder sie auch nur zu informieren.“ Klassiker wie „Der scharlachrote Buchstabe“, „Little Women“, „Wer die Nachtigall stört“ und „Herr der Fliegen“ stehen nicht mehr auf dem Lehrplan. Zu den neuen Büchern gehören: „Stamped“, „Dear Martin/Dear Justyce“ und „Yaqui Delgado Wants to Kick Your Ass“.

Zum Beispiel diese Geschichte über Chapin, der vornehmen Mädchenschule an der Upper East Side, in der ein weißes Mädchen aus der Unterstufe eines Tages nach Hause kommt und zu ihrem Vater sagt: „Alle Leute mit hellerer Haut mögen keine Menschen mit dunklerer Haut und sind gemein zu ihnen.“ Er war entsetzt, als sie ihm erklärte, dass ihre Lehrer ihr so etwas in der Schule beibringen. „Ich habe zu ihr gesagt: So sehen wir das in unserer Familie nicht.“ Es lohnt sich, einen Blick auf die Affinitätsgruppen von Chapin zu werfen, die in all diesen Schulen zur Selbstverständlichkeit geworden sind. (Chapin hat auf eine Bitte um Stellungnahme nicht reagiert.)

Für Schüler der Highschool ist die Botschaft noch deutlicher. Ein Fieldston-Schüler berichtet, dass den Schülern oft gesagt wird, „wenn du weiß und männlich bist, dann sprich erst nach den anderen“. Dies wird als normale und notwendige Umverteilung von Macht angesehen. An der Harvard-Westlake hat die Schule neulich den als fragwürdig entlarvten Voreingenommenheitstest für Zehntklässler durchgeführt. Dieser war technisch gesehen freiwillig, aber mehrere Eltern, mit denen ich sprach, erzählten, dass ihre Kinder sich verpflichtet fühlten, daran teilzunehmen.

Eine Mutter vertraute mir an, dass ihr Sohn zu ihr sagte: „Mom, ich habe gerade herausgefunden, dass ich ein Rassist bin und weiße Europäer bevorzuge.“ Ihr Kind hat gemischte Hautfarbe. „Dass mein Kind nach Hause kommt und mir berichtet, dass seine Schule ihm gesagt habe, er sei ein Rassist … da war ich fassungslos. Darüber habe ich mich so dermaßen geärgert.“

Es gibt keine verlässlichen Umfragedaten zur freien Meinungsäußerung bei Highschoolschülern. Im letzten Jahr veröffentlichte die Heterodox Academy ihren jährlichen Campus Expression Survey Report, der feststellte, dass 62 Prozent der befragten Collegestudenten im Jahr 2020 „zustimmten, dass das Klima auf ihrem Campus Studenten davon abhält, die Dinge zu sagen, die sie für richtig halten.“

Die Eltern in dieser Geschichte sind keine Eltern, denen keine andere Option bleibt. Die zynische Antwort auf ihr Schweigen besteht aus zwei Wörtern: Ivy League. „Es gibt auf jeden Fall Gerüchte, dass die Schule, sagen wir, drei Schüler für die Duke University auswählt, und wenn du dich dagegen wehrst, wird dein Kind angeschwärzt“, berichtet eine Mutter.

Andere Erklärungen sind Gruppendenken und sozialer Druck. „Manchmal sind es die klügsten Menschen, die sich am leichtesten zum Narren halten lassen“, sagt ein Vater, der neulich seinen Sohn von einer Schule auf eine andere versetzen ließ, die er für geringfügig besser hält. „Wenn Sie sich entschließen, in den Vorstand von Dalton zu gehen und schon immer linke Ansichten vertreten haben und Sie möchten, dass ihr Kind nach Harvard geht, dann werden Sie nicht aufstehen und sagen: ‚Moment mal, Leute!‘ Das machen Sie dann einfach nicht. Die meisten Menschen möchten einfach zum Club dazugehören.“

Ich denke, es trifft zu, dass viele Menschen eher gegen ihre Grundprinzipien verstoßen, als in Kauf zu nehmen, aus ihrem sozialen Netzwerk ausgeschlossen zu werden. Doch diese Situation geht darüber hinaus, bei einer Robin-Hood-Gala an den Katzentisch verwiesen zu werden. Dieser Ideologie etwas entgegenzusetzen bedeutet, sich der gesamten institutionellen Welt zu widersetzen.

Es geht nicht nur um Dalton, eine Schule, die sich verpflichtet hat, „sichtbar, vernehmlich und strukturell antirassistisch“ zu sein. Bain & Company tweetet über „Womxn’s History Month”. Das Cartoon Network fordert Kinder dazu auf, „Farbe zu sehen“. Angestellte bei Coca-Cola wurden angewiesen, „weniger weiß“ zu sein. Die seit Neuestem problematischen Dr.-Seuss-Bücher können auf eBay weder gekauft noch verkauft werden.

Bei dieser Ideologie geht es nicht darum, dass die Wahrheit die Macht in ihre Schranken weist. Es geht allein um Macht. Am meisten beunruhigt jedoch, dass diese Ideologie in den lokalen öffentlichen Schulen immer mehr um sich greift. Der neue Schuldezernent von New York ist ein lautstarker Verfechter der kritischen Rassentheorie. In Burbank hat der Schulbezirk den Lehrern der Mittel- und Oberstufe mitgeteilt, dass sie „Wer die Nachtigall stört“ und „Von Menschen und Mäusen“ aus ihrem Unterrichtsplan zu nehmen haben.

Neue Rassentrennung

Der Schulbezirk von Sacramento fördert die Rassentrennung, indem er „rassische Affinitätsgruppen“, in denen Schüler „Solidarität mit anderen Rassen kultivieren und einander mit Mitgefühl bei dem Unbehagen, der Verwirrung und der Taubheit, die oft das rassische Erwachen der Weißen begleitet, unterstützen“. Der Schulbezirk San Diego veranstaltete im Januar eine Schulung, in der weißen Lehrern gesagt wurde, dass sie schwarze Kinder „geistig ermorden“.

„Ich möchte nicht emotional werden, aber ich fühle mich hilflos“, erzählt eine Mutter unter Tränen. „Ich schaue mir die öffentlichen Schulen an und bin erschüttert. Ich kann nicht fassen, was sie all den Menschen antun. Ich bin auch verängstigt. Ich habe zu viel Angst, um laut meine Meinung zu sagen. Ich fühle mich so feige. Ich kann nur so wenig ausrichten.“ Jemand anderes erzählt mir: „Es ist die Angst vor Vergeltung. Würde es dazu führen, dass unsere Tochter ausgegrenzt wird? Würde es dazu führen, dass uns andere Menschen ausgrenzen? Das ist bereits geschehen.“

Ich habe eine Freundin in New York, die Mutter eines vierjährigen Kindes ist. Sie scheint genau die Art von Eltern zu sein, die diese Schulen anziehen möchten: eine erfolgreiche Unternehmerin, eine Feministin und eine waschechte Manhattanerin. Sie träumte davon, ihre Tochter auf eine Schule wie Dalton zu schicken. Eines Tages, sie steckte gerade mitten im Bewerbungsprozess, malte sie zu Hause zusammen mit ihrer Tochter, die ganz beiläufig sagte: „Ich muss meine eigene Hautfarbe malen.“ „Die Hautfarbe“, erklärte sie ihrer Mutter, „ist echt wichtig.“ Das habe sie in der Schule gelernt.

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